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Drei auf einen Streich: LimmaTech, Curevo, Vaccine Company

Kaufrausch bei Eli Lilly? Gleich drei Firmen werden gekauft und alle sind im Bereich der Infektionskrankheiten angesiedelt. Darunter ist auch die Schweizer LimmaTech AG, die vom einstigen Curevac-CEO Franz-Werner Haas geleitet wird. Eli Lilly zielt mit den Akquisitionen auf Märkte über das reine Infektionsgeschehen hinaus: Autoimmunerkrankungen, Antibiotika-Resistenz, chronische Immunsystemstörung bis hin zu Krebs.

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Mit gleich drei Übernahmen baut der US-Pharmakonzern Eli Lilly and Company seine Aktivitäten im Bereich Infektionskrankheiten massiv aus. Im Zentrum aus europäischer Sicht steht dabei die Akquisition der Schweizer LimmaTech Biologics AG in Schlieren bei Zürich. Für das klinische Impfstoffunternehmen zahlt Lilly bis zu 780 Mio. US-Dollar inklusive erfolgsabhängiger Meilensteinzahlungen.

LimmaTech entwickelt Impfstoffe gegen bakterielle Erreger, bei denen zunehmende Antibiotikaresistenzen die Behandlung erschweren. Im Fokus stehen Staphylococcus aureus, Gonorrhoe und Chlamydien. Das am weitesten entwickelte Programm LTB-SA7 befindet sich in Phase I und soll vor postoperativen Infektionen durch S. aureus schützen – einer der häufigsten Ursachen für Krankenhausinfektionen weltweit. Die Technologieplattform des Unternehmens setzt auf die gezielte Immunantwort gegen bakterielle Toxine und sogenannte Superantigene.

Aller guten Dinge sind drei – auch bei Firmenkäufen

Für Lilly passt die Übernahme in eine breiter angelegte Strategie, Infektionskrankheiten präventiv anzugehen und langfristige Folgeerkrankungen zu verhindern. Konzernchef Daniel Skovronsky verwies dabei auf Zusammenhänge zwischen Infektionen und späteren neurologischen Erkrankungen, Krebs oder Unfruchtbarkeit. Impfstoffe könnten angesichts wachsender Resistenzen zunehmend zur wichtigsten Präventionsstrategie werden.

Parallel übernimmt Lilly auch das US-Unternehmen Curevo Inc. für bis zu 1,5 Mrd. US-Dollar. Curevo ist ein privat geführtes Biotechnologieunternehmen in der klinischen Entwicklungsphase mit Sitz in der Nähe von Seattle. Das Unternehmen verfolgt das Ziel, die Belastung durch Infektionskrankheiten zu verringern, indem es besser verträgliche und leichter zugängliche Impfstoffe entwickelt. Das führende Produkt, Amezosvatein, ist ein nicht mRNA‑basierter Impfstoff zur Vorbeugung von Gürtelrose, der in Phase II bereits mit etablierten Produkten konkurrierte. Über diese Akquisition freut sich ebenfalls ein Schweizer Unternehmen, die HBM Healthcare Investments. Diese beteiligte sich im März 2025 mit 13,3 Mio. US-Dollar an der Serie B‑Finanzierungsrunde von Curevo und hält rund 4,8% am Unternehmen. Die Transaktion erhöht den inneren Wert je HBM‑Aktie (NAV) um rund 4 Schweizer Franken (+1.4%) und unterstreiche „einmal mehr das im Portfolio der privaten Unternehmen vorhandene Wertsteigerungspotenzial“, kommentierte HBM Healthcare den Exit.

Darüber hinaus kauft Lilly die Vaccine Company, Inc. für bis zu 1,55 Mrd. US-Dollar. Deren Plattformtechnologie soll neuartige Impfstoffe gegen virale Erreger wie das Epstein-Barr-Virus ermöglichen, das mit Multipler Sklerose und verschiedenen Krebsarten in Verbindung gebracht wird.

Die drei Übernahmen summieren sich auf potenziell mehr als 3,8 Mrd. US-Dollar und markieren einen deutlichen Ausbau von Lillys Impfstoff- und Infektionsportfolio. Während der Konzern in den vergangenen Jahren vor allem durch milliardenschwere Investitionen in Adipositas- und Diabetesmedikamente aufgefallen war, rückt nun verstärkt die Prävention infektiöser Erkrankungen und ihrer Langzeitfolgen in den Fokus.

Adipositas-Erlöse sorgen für Einkaufstour

Bereits in den vergangenen Jahren hatte Lilly massiv zugekauft, um seine Pipeline in den Bereichen Adipositas, Immunologie, Onkologie und Infektionskrankheiten auszubauen. 2024 übernahm der Konzern Morphic Holding, Inc. für rund 3,2 Mrd. US-Dollar, um orale Therapien gegen entzündliche Darmerkrankungen zu stärken. Bereits 2023 sicherte sich Lilly das Adipositas-Unternehmen Versanis Bio für bis zu 1,93 Mrd. US-Dollar. Hinzu kamen unter anderem Zukäufe wie DICE Therapeutics, POINT Biopharma oder zuletzt das Krebsprogramm von Scorpion Therapeutics für bis zu 2,5 Mrd. US-Dollar.

Insgesamt hat Lilly damit in den vergangenen Jahren für größere Akquisitionen und Lizenzdeals inzwischen deutlich mehr als 20 Mrd. US-Dollar ausgegeben. Der Konzern nutzt seine durch die Blockbuster Mounjaro und Zepbound stark gestiegene Finanzkraft gezielt, um neue Technologieplattformen und klinische Programme einzukaufen – zunehmend auch außerhalb der klassischen Stoffwechselmedizin.

Das bereits wertvollste Pharmaunternehmen der Welt wird mit diesen Zukäufen und der damit vergrößerten Breite des Angebotes noch wertvoller. In den vergangenen fünf Jahren hat sich der Kurs von Eli Lilly fast verfünfacht und steht nach kurzer Verschnaufspause wieder kurz vor dem Allzeithoch von rund 1.077 US-Dollar. Die Marktkapitalisierung hat eine Größenordnung jenseits von 1 Billion US-Dollar erreicht.

© |transkript.de
Georg Kääb
26. Mai 2026

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